Das VR Archiv für Performancekunst

Seit unserer Gründung betrachten wir die Dokumentation von Performancekunst als permanente Herausforderung. Wie bewahrt man die lebendige Glut der Live-Performance am besten? Durch Fotografie, Video oder Text? In der Vergangenheit experimentierten wir in Seminaren, Workshops und Kursen u.a. mit performativem Schreiben als einer Form der Dokumentation.

Seit 2016 arbeiten wir mit Virtual Reality und 360 Grad Aufnahmen. Diese Technik erfasst den gesamten Raum und erlaubt es, neben den performativen Handlungen auch die Atmosphäre, die Reaktionen des Publikums darauf oder Aktionen, die an mehreren Stellen im Raum stattfinden, mitzuerleben. Mit einer Datenbrille kann die BetrachterIn den Blick innerhalb der VR Dokumentation frei schweifen lassen. Wie im Live-Erlebnis fokussiert sie selber auf genau die Details, die sie interessieren.

Die Potenziale von VR-Anwendungen in der Dokumentation von Performance-Kunst können kaum hoch genug eingeschätzt werden. Performancekunst ist seit ihren Anfängen als ephemere Kunst bekannt. Unser VR-Archiv bietet Forschern, Künstlern, Studenten und Laien einen neuen Zugang zur Vertiefung, Wiederholung und Interpretation vergangener Performances. Wir hoffen, dass diese Möglichkeit einen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Kunstform bilden wird.

 

Ein Festival im Taschenformat: Erstmals konnte man das VR-Archiv vom 31.August bis 2.September 2017 während der CPH Artweek im Meter Raum in Kopenhagen erleben. Anschließend wurde es bei Copenhagen Contemporary und während des Blackitude Festivals in Yaounde/Kamerun gezeigt.